
Der ehemalige Rosengarten im Greizer Park würde dieses Jahr sein 100 jähriges Bestehen feiern …
Dieser Teil des Greizer Parks lag an dessen Nordwestseite, etwas tiefer als der Dammweg, zwischen Parkteich und Elster. Zudem war der Rosengarten eingezäunt .Wer ihn kannte oder schon einmal über die kleine Brücke gegangen war ,oder auf der Rundbank gesessen hat, wer hier schon einmal die Zeit der Rosen erlebte, kam immer wieder, selbst wenn die Königin der Blumen gerade nicht blühte. Im August 2026 würde der Rosengarten genau 100 Jahre bestehen. Angelegt wurde er von der Ortsgruppe Greiz des Vereins Deutscher Rosenfreunde. In anderen Städten gab es bereits Rosarien. Der Greizer Anlage war ob ihrer Nachbarschaft zum Park eine etwas andere Note zugedacht. Der Rosengarten sollte „den Eindruck des Wohnlichen“ machen, den Besucher nach dem Gang durch den Park „wie in einem trauten Wohnraum aufnehmen und ihm Behaglichkeit und stille Freude gewähren“. So beschrieb man die Absicht der Initiatoren. Der Entwurf für die Anlage des Jahres 1926 ist ein Greizer „Gewächs“, stammt von Max Rohleder aus Greiz/ Neumoschwitz (heute Greiz-Untergrochlitz). Er annoncierte damals als Gärtnermeister und Plantagenbesitzer, machte auf seine Obst- und Beerenkulturen aufmerksam und darauf, daß er „Zum Wochenmarkt stets Mitte des Marienplatz“ stünde (Marienplatz heute V.-Westernhagen-Platz). Das war der Ort, von dem viele Greizer den Gärtnermeister kannten. Andere zählten zu den Kunden in seiner Gärtnerei an der Straße nach Moschwitz, in der der Verkaufsraum nicht mehr als ein Bretterbau war. Daß wir Max Rohleder den Entwurf des Rosengartens zu danken haben, wurde genau so vergessen wie die Entstehungszeit der Anlage. Schon viele Jahre bevor man in Greiz von einem Rosengarten sprach, hatte der Direktor des Rosariums Sangerhausen Verbindung hierher und den besser als Gymnasiallehrer und Hofrat bekannten Wissenschaftler Prof. Dr. Friedrich Ludwig zu biologischen Studien über die Rose angeregt. Für diese wäre vielleicht unser Rosengarten eines Tages nützlich geworden. Doch Professor Ludwig erlebte die Anlage nicht, war bereits im Juli 1918 verstorben. Der Aufbau des Rosengartens war vor 100 Jahren nicht nur eine Greizer Angelegenheit. Mitglieder des Vereins Deutscher Rosenfreunde hatten aus allen Teilen Deutschlands junge Pflanzen geschickt. Der Vorstand dieses Vereins, Professor Gnau vom Rosarium Sangerhausen, kam zur Einweihung. Der hiesigen Ortsgruppe der Rosenfreunde wurde unermüdliche Arbeit für die Anlage bescheinigt und Greizer Einwohnern „Opferwilligkeit“, wie die „Greizer Zeitung“ am 3. August 1926 schrieb. In Parkbeschreibungen und Lageskizzen hat man den Rosengarten zuweilen etwas vernachlässigt. Nicht so in kleinen Parkführern aus den 1970er und 80er Jahren und Faltblättern der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten aus den 90er Jahren. Aufgefaltet zeigte sich dem Betrachter eine informative farbige Lageskizze vom Park mit seinen Sehenswürdigkeiten im Umfeld. Das konnte Damals sehr hilfreich sein!




Leider kann der ehemalige Rosengarten heute sein 100 jähriges Jubiläum nicht mehr begehen 😔…
Kommentar:
Die Heimatstiftung Greiz-Vogtland e.V. (vormals: Freundeskreis Bürgerstiftung Greiz) hatte ein Bürgerprojekt (BP) „Rosengarten“ in´s Leben gerufen, um den Rosengarten an anderer Stelle wieder auferstehen zu lassen. Dies scheiterte am Widerstand der Kommunalpolitik (damals SPD-Bürgermeister)- und am fehlenden Interesse der Greizer. Sehr schade. Der Kommentator verbindet mit dem Rosengarten wunderschöne Kindheitserinnerungen mit seinen Großeltern.

Kommentar hinterlassen zu "Greiz Historie: Der Rosengarten im Leninpark"