Lehrer und Heimatforscher Franz Leber
geb. 1. November 1856 Greiz
gest. 21. Januar 1937 Greiz
Die Eltern Franz Lebers waren der Postillon Christian Friedrich Leber und dessen Ehefrau. Bereits als zwölfjähriger Schuljunge trat Leber dem Greizer Kirchenchor bei. Nach dem Besuch der Greizer Bürgerschule von 1863 bis 1871 erhielt er im Lehrerseminar des Fürstentums Reuß ä. L. in Greiz seine pädagogische Ausbildung. Ostern 1875 begann der Schulamtskandidat Franz Leber seine Lehrtätigkeit in Plothen bei Schleiz und wurde zunächst Vikar und ab Michaelis 1875 provisorischer Kirchenschullehrer. Auf Anregung des Greizer Gemeinderates kehrte er im Sommer 1877 in seine Heimatstadt zurück. Nach bestandener Wahlbefähigungsprüfung wurde er definitiv als Lehrer an der Greizer Bürgerschule angestellt. Schon bald erwies er sich als sehr begabter Pädagoge. Neben seinen beruflichen Aufgaben förderte er das öffentliche Leben in der Stadt vielseitig und verdienstvoll. Wie bereits während seiner Schul- und Seminarzeit war er weiterhin aktives Mitglied des Greizer Kirchenchores. Mit der Erfindung des Tischharmoniums und der Herausgabe eines Liederbuches trug Franz Leber wesentlich zur Pflege des Schulgesanges bei. Im März 1898 gehörte er zu den Mitbegründern des „Vereins für Volkswohl“. Er organisierte Volksunterhaltungsabende und gestaltete diese mustergültig aus. Die Ferienkolonie und der Ankauf des Wellsdorfer Ferienheims sind ihm zu verdanken. Vom 1. Januar 1903 bis zum 31. Dezember 1908 gehörte Franz Leber dem Greizer Gemeinderat an. Im Jahr 1907 erfolgte seine Ernennung zum Rektor. Seit April 1910 leitete er die an diesem Tageingeweihte IV. Greizer Bürgerschule auf der Marienstraße, die Marienschule, bis zu seinem altersbedingten Eintritt in den Ruhestand am 31. März 1920.Nach fünfundvierzigjähriger pädagogischer Tätigkeit widmete sich Franz Leber neben seiner Vereinsarbeit und seiner Mitwirkung im Greizer Kirchenchor der Heimatgeschichte. Er verfasste zahlreiche Artikel, die in der Greizer Zeitung und in der heimatgeschichtlichen Beilage „Vergangenheit und Gegenwart“ erschienen. Besondere Anerkennung finden seine in der Greizer Heimatfestnummer von 1934 veröffentlichten „Bilder aus der Greizer Vergangenheit“. Anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums des Greizer Kirchenchores im Jahr 1935 bearbeitete er als ältester Chorist die Festschrift. Nach jahrelangen mühevollen Einzelstudien vollendete er Weihnachten 1935 seine „Greizer Geschichte in Wort und Bild von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart“, eine Sammlung von 110 Bildern mit ausführlichen Beschreibungen.Zwölf Wochen nach Vollendung seines achtzigsten Lebensjahres verstarb Franz Leber in seiner Geburtsstadt Greiz….
(Irrt.Vorb)

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