Greiz Historie

Die Schreckensnacht zu St. Adelheid​

Vor 218 Jahren, in der Nacht vom 22. zum 23. März 1808, geschah es: das Niedermetzeln zweier Brüder zu St. Adelheid in Schönfeld bei Greiz. Bei den Ermordeten handelte es sich um den Schreiner Johann Friedrich Dietzsch und um dessen Bruder, den Steinbildhauer Carl Friedrich Dietzsch, zwei unverheiratete Männer, die als heimische Handwerker beliebt waren. Beide galten als friedfertige Einwohner und standen in hoher Achtung ihrer Mitmenschen. Trotzdem ereignete sich das Unglaubliche: der Mord an beiden.​Der Reinsdorfer Pfarrer Herpich sen. hat uns in einem der Reinsdorfer Kirchenbücher, Bestattungsjahrgang 1808, das Folgende überliefert:​„Meister Johann Friedrich Dietzsch, Tischler und begüterter Einwohner zu Reinsdorf, ledigen Standes; welcher aber jetzt mehrere Jahre bei seinem jüngeren Bruder in der Adelheid sich aufhielt, wurde nebst diesem auf eine jämmerliche Weise nach vielen erhaltenen Schuß- und Stichwunden von unmenschlichen Räubern und Mördern des Lebens beraubt in der Nacht vom 22. zum 23ten März und am 25ten darauf bei ungemein zahlreicher Versammlung … zur Erde bestattet.“​Der jüngere der beiden ermordeten Brüder, Carl Friedrich Dietzsch, ist im Eintrag von Pfarrer Herpich sen. als „kunsterfahrener Bildhauer“ ausgewiesen. Die erhofften hohen Geldbeträge suchten die Mörder am Tatort vergeblich. Es war jedenfalls zu jenem Zeitpunkt nur wenig Geld im Hause vorhanden. Jene Verbrecher hatten auch den treuen Haushund der Brüder Dietzsch gequält und schlimm verletzt. ​Während des Überfalls hatte auch die 17 jährige Magd um ihr Leben gebangt. Sie hielt sich in ihrer Kammer versteckt in einem Sarg und kam mit dem Leben davon, auch als Zeugin der grausigen Nacht. ​Doch alle Bemühungen, die Geschehnisse der Schreckensnacht zu St. Adelheid aufzuklären und die Mörder zu entlarven, blieben ohne Ergebnis. Das Kriminalgericht in Hof wollte den Fall weiter bearbeiten, doch gingen die von Greiz eingereichten Akten angeblich verloren. So blieb das schlimme Verbrechen ungesühnt.​Am Grabstein für die Brüder Dietzsch war einst zu lesen:​„Betrachte, o Leser,den merkwürdigen Ruheplatz Zweier bejahrter, lediger Brüder,welche im Leben und im Tode miteinander vereint blieben.Grausam war ihre letzte Stunde,denn sie endeten ihre Laufbahn in den Händen habgieriger Mörder.Dankbare Freunde errichteten ihnen dieses Denkmal.“

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