
Gustav Mollberg Gaswerkdirektor in Greiz
geb. 16. Februar 1848 Wetzdorf b. Jena
gest. 24. Mai 1938 Greiz
Gustav Mollberg besuchte die Lateinschule in Jena und absolvierte nach bestandenem Abitur ein technisches Studium. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 war er als Grenadier an den Kämpfen bei Metz, Artenay, Orléans und Le Mans beteiligt. Mehr als fünfzig Jahre gehörte er dieser Militärkameradschaft an. Nach dem Krieg verlegte er seinen Wohnsitz nach Greiz. Am 1. Juli 1875 trat Gustav Mollberg in der Städtischen Gasanstalt das Amt des Gasinspektors an. Ein halbes Jahr später beauftragte der Greizer Gemeindevorstand den städtischen Bautechniker „alle Baue in hiesiger Stadt, welche nach dem Gesetz und resp. der Regierungsverordnung vom 10. November 1871 einer baupolizeilichen Beaufsichtigung unterliegen, vom Beginn bis zur Vollendung zeitweise zu kontrollieren“. Seit Beginn seiner Tätigkeit führte er die Aufgaben im Dienst der Stadt pflichtbewusst und verantwortungsvoll durch. Als technischer Fachmann war er weithin geschätzt. Während seiner Amtszeit galt seine ganze Schaffenskraft dem Fortschritt des Greizer Gaswerkes. So stellte er beispielsweise Versuche zur Vergasung von Öl oder von böhmischer Braunkohle an, um ein effektiveres Gas zu erhalten. Im November 1883 wurde Gustav Mollberg zum Direktor ernannt und 1897 zum Direktor des in die Gasanstalt eingegliederten Elektrizitätswerkes. Seinem Wirken und Bestreben war es zu verdanken, dass die Gasanstalt Greiz die Wirren des Ersten Weltkrieges überstand und dass trotz größter Schwierigkeiten bei seinen Greizern „das Licht nicht ausging“. Seit 1902 gehörte Gustav Mollberg als Mitglied des Greizer Zweigvereins des Thüringer Wandervereins der „Waldhausgemeinde Greiz“ an. Er wanderte „unbeachtet der Wetterlage jeden Sonnabend am Spätnachmittag zur fidelen Gemeindeversammlung nach Waldhaus“. Außerdem war Gustav Mollberg Mitglied der „St. Johannisloge Lessing zu den drei Ringen im Orient Greiz“ auf der ehm. Logenstraße ( heutige Prof.Dr. Schneider Straße).Im Jahre 1922 wurde der Direktor Gustav Mollberg zum Stadtbaurat ernannt. Dies war wohl der Höhepunkt in seinem beruflichen Leben. Am 30. Juni 1922 trat der Gaswerkdirektor und Stadtbaurat Gustav Mollberg nach fünfzigjähriger Dienstzeit im Alter von siebenundsiebzig Jahren in den Ruhestand. Gustav Mollberg ist auch die Entwicklung eines erneuerten standhafteren Gasstrumpfes zuzuschreiben. Mit einem Kompagnon gründete er in Berlin eine Fabrik, in der er diesen neuen Gasstrumpf produzierte und vertrieb. Gustav Mollberg war also nicht nur eine starke Persönlichkeit und ein ökonomisch denkender Firmenleiter, sondern auch ein hervorragender Erfinder. Er prägte entscheidend die Entwicklung des Greizer Gaswerkes mit. Nicht nur wegen seiner großen Erfahrungen, seiner Umsicht und seiner unermüdlichen Tatkraft, sondern auch wegen seiner hohen Charaktereigenschaften als Mensch und als Beamter, wurde die am Städtischen Gaswerk vorbeiführende Straße bei seinem Eintritt in den Ruhestand in „Mollbergstraße“ umbenannt…
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