Der Männerchor Irchwitz aus Greiz-Irchwitz ist einer der traditionsreichsten Chöre der Region und blickt auf eine über 165-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde der erste Männerchor in Irchwitz bereits am 12. Dezember 1857 als Jugendgesangverein mit 16 Mitgliedern. Der Chor beging bereits 2007 sein 150-jähriges Bestehen.

Über die Jahrzehnte hinweg gab es verschiedene Ensembles wie den Verein „Sängergruss“, Turnersänger und Arbeitersänger. Die Singgemeinschaft tritt heute unter dem Dach des ASV Gommla 1882 e. V. auf. Neben Konzerten und der Pflege alter Gesangstraditionen war der Chor historisch für seine „legendären“ Faschingsfeiern bekannt. Am 12.12. 1857 erfolgte die Gründung desersten Männerchores , dem Jugendgesangvereins Irchwitz mit 16 Mitgliedern. Erster musikalischer Leiter war Herr H. Hoffmann. Bis 1885 war der Jugendgesangverein der Einzige in Irchwitz. Später folgte die Gründung des Vereins Sängergruss, die Turnersänger, und die Arbeitersänger. Die Mitgliederzahl betrug um 1900:
- Jugendgesangsverein 115 Sänger
- Sängergrussverein 95 Sänger
- Turnersängerchor 50 Sänger/55 Sängerinnen
- Arbeitersängerchor und Sänger (gemischter Chor)
Mit 315 Sängern konnte sich Irchwitz damals als Sängerhochburg bezeichnen. In der Zeit des 2.Weltkrieges erlosch das Chorleben in Irchwitz fast völlig. Am 9.5.1947 stellten 36 ehemalige Irchwitzer Sänger bei der sowjetischen Militäradministration Antrag auf Neugründung des lrchwitzer Männerchores. Die Genehmigung erfolgte und das Männerchorsingen erfuhr eine neue “ Dimension „. Besondere Auftritte waren u.a. :
- Nachtgesang im Walde anlässlich eines Schubertkonzertes am 16.11.1962 im Theater der Stadt Greiz.
- Mehrmalige Mitwirkung bei der Aufführung der 9.Sinfonie von Beethoven am 8.5.1966 imTheater der Stadt Greiz.
- Aufführung der Alt-Rhapsodie von Brahmsam 23.9.1967 in der Turnhalle Irchwitz mit dem Bruderchor Greiz-Mitte
- Aufführung der ersten Walpurgisnacht von Mendelssohn-Bartholdy am 8.12.1972 mit dem Bruderchor Greiz-Mitte.
Anekdoten gab’s auch in der Vergangenheit: Der Fasching im Chor war legendär. Das Lieblingsgetränk war in Meisels Bar „Nikolaschka.“ Die Bar befand sich zum Fasching in der Veranda und war nur durch einen Tunnel erreichbar. Nikolaschka bestand aus einem doppelten Weinbrand, einer Scheibe Zitrone und gemahlenen Kaffee. Spitzensänger brachten es leicht auf 20 bis 30 Nikolaschka🙈. 1971 gab der bekannte russische Geigenkünstler Igor Besrodny ein Sonderkonzert mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Greiz unter der Leitung von Musikdirektor Heinz Biskup. Herr Biskup, der Ehrenmitglied des Irchwitzer Chores war, brachte Herrn Besrodny mit in die Singstunde. Er zeigte sich sehr positiv überrascht über die Leistung und die Chorarbeit der Irchwitzer. Ein Autogramm auf einem Chorbild erinnert an seinem Besuch.
Max Jung, Gründungsmitglied vom 9.5.1947 war bisher einer der ältesten Sänger im Chor. Noch bis kurz vor seinem Tod hat er aktiv an den Singstunden teilgenommen. Auch im geselligen Leben des Chores hat er nichts ausgelassen und beim Tanz kaum eine Tour nicht getanzt! Beliebt gemacht haben sich die Irchwitzer Sänger nicht bei ihren Frauen, als sie 1952 zu einer Sängerfahrt mit Bussen starteten. Auf die Idee des Sängers Werner Zeeh, wurden die Frauen in den Hänger verfrachtet und dieser heimlich abgekoppelt. Als es los ging, blieben die Frauen stehen und die Ausfahrt fand ohne diese statt 😁🙈😅. Es ging nach Plauen-Reissig, in ein damals berüchtigtes Lokal. Auf der Rückfahrt aus Wasungen (Sängerfahrt) wurde in Waltershausen Pause gemacht. Der Chor hatte zu dieser Zeit den Gefangenenchor aus der Oper Fidelio in seinem Repertoire. Also flugs die Schlafanzüge angezogen und unter dem Absingen des Gefangenenchores wurde in das Lokal eingezogen. Dort feierte gerade eine Frauenabteilung eines Spitzenbetriebes ein Fest. Die Sänger ließen die Feier für die Frauen durch allerlei Darbietungen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Zu Weihnachten erhielten alle Sänger ein Spitzentüchlein in Form eines Slips oder eines BHs als Geschenk 😳. Obwohl die Himmelfahrt zu DDR- Zeiten kein Feiertag war, wurde sie im Chor als Urlaubstag traditionell gefeiert. Von der Staatsmacht argwöhnisch beäugt, ging es jedes Jahr mit den Pferdegespannen von G. Vogt und H .Jäschke und genügend Alkohol auf Tour. So mancher Sänger hat bereits zur Mittagsrast seelig seinen Rausch ausgeschlafen!😴
Text entnommen von Irchwitz.de










( Irrt. Vorb.)

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