
Etwa auf der Höhe der Poststraße stand auf der Elsterseite der Heinrichstraße in den Anlagen das Bismarck-Denkmal. Vom ersten Gedanken daran bis zur Ausführung verging nur wenig Zeit. Am 22. Februar 1895 hatte sich ein aus 57 Männern bestehendes Komitee zur Schaffung des Bismarck- Denkmals gebildet. Binnen weniger Tage war eine so hohe Summe gespendet worden, daß die Bezahlung gesichert war. Die Stadt stellte den gewünschten Platz in den Anlagen unweit des Kaiser-Wilhelm-Denkmales zur Verfügung und wollte die dauernde Erhaltung des Denkmales übernehmen. Am 1. April 1895 (80. Geburtstag Bismarcks) erfolgte die Grundsteinlegung. Die Bismarck-Büste war eine Arbeit des Hamburger Bildhauers Bruno Kruse. „Dieselbe Büste ist übrigens auch für das Großenhainer Bismarck-Denkmal verwendet worden“, berichtete die „Greizer Zeitung“ am 25. August 1895. Den Guß übernahm die Erzgießerei Albert Bierling in Dresden.Die Büste wurde in doppelter Lebensgröße = 1,30 m hoch gefertigt. Der Sockel war aus Granit, seinen Fuß zierte ein erzner Kranz mit Schleife. Ihre Inschrift: „Dem Fürsten von Bismarck die dankbaren Bewohner der Stadt Greiz“. Die Enthüllung des Denkmals erfolgte am 2. September 1895. Bismarcks Büste stand nicht mal ganze 47 Jahre. Am 6. Juli 1942 wurde sie, gleich der Kaiser-Statue, „zur Sicherung des Endsieges“ abgetragen, sollte eingeschmolzen werden. Bei der Demontage habe, so die „Greizer Zeitung“ vom 7. Juli 1942, eine „zahlreiche Menschenmenge“ interessiert zugesehen. Da Granit nicht umzugießen ist, auch nicht „für den Endsieg“, blieb der Sockel stehen, und das bis 1947. Am 6. Mai jenen Jahres berichtete das „Thüringer Volk“ von der Beseitigung des Sockels vom Kaiser-Denkmal, und daß der vom Bismarck-Denkmal „später auch entfernt werden“ wird. So geschah es dann auch …
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