
Kurt Rödel, Greizer Turner
geb. 23. November 1904 Irchwitz
gest. 29. November 1942 Rostock
Kurt Rödel war der Sohn des Webers Arno Albin Rödel und dessen Ehefrau Martha Jenny, geborene Hempel. Nach seiner Schulzeit arbeitet er in der Firma „Weberei Hugo Frank“ in Aubachtal als Weber. Schon in frühester Jugend begann er mit dem Geräte- Kunstturnen. Mit 15 Jahren trat er dem damaligen Arbeiter-Sportkartell (ASK) bei. Durch sein unermüdliches, eisernes Training war er bald einer der besten Kunstturner. Zum 21. Bezirksturnfest des 1. Bezirkes im 5. Kreis, das 1920 in Greiz stattfand, war zum ersten Mal in der Siegerliste der Name Kurt Rödels zu finden.
In Frankfurt/Main fand in der Zeit vom 24. bis 28. Juli 1925 die 1. Arbeiterolympiade statt. Kurt Rödel als 21-jähriger Teilnehmer belegte in diesem Wettkampf den 1. Platz. Darüber hinaus war er bester Einzelturner an den drei Geräten Reck, Barren und Pferd. Im Jahre 1926 trafen sich in Wien tausende Sportler zum 1. Österreichischen Arbeiter-Turn- und Sportfest. Sieger im Achtkampf der Turner wurde Kurt Rödel, der von nun an in der Nationalriege des Arbeiter-Turn- und Sportbundes kämpfte. Weitere Siege folgten. Er zeigte ausgefeilte Übungen, die tadellos im Aufbau und in der gemeisterten Schwierigkeit in der Gesamtführung waren. Dafür war er bekannt und berühmt.
Kurt Rödel galt darüber hinaus als bester Einzelturner an den drei Geräten Reck, Barren und Pferd und war somit der beste Geräteturner des Arbeitersports weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Mit derMachtergreifung der Nationalsozialisten wurden im März 1933 die Sportstätten des Arbeiter-Turn- und Sportbundes geschlossen, der Bund für illegal erklärt und sein Eigentum beschlagnahmt. Um überhaupt Sport treiben zu können, schloss sich Kurt Rödel dem Nationalsozialistischen Turnercorps an. Wieder ging er aus den Wettkämpfen mit besten Ergebnissen hervor. Kurt Rödel kam bei einem Unfall im Heeresdienst im Alter von 38 Jahren ums Leben. Die Beerdigung fand am 6. Dezember 1942 auf dem Neuen Friedhof Reinsdorf statt. Am 8. September 1956 erhielt die damalige DS-Sportschule (Deutscher Sportausschuss) auf Antrag der Greizer Arbeitersportler den Namen Sportschule „Kurt Rödel“.
Am gleichen Tag wurde an der Sportschule eine Gedenktafel mit dem Bildnis Kurt Rödels angebracht, die von der Greizer Bildhauerin Annemarie Höhn geschaffen worden war. Die Tafel trägt die Inschrift: „Sein Vorbild ist uns Verpflichtung – Kurt Rödel – geb. am 23.11.1904 – gefallen am 29.11.1942 – Zweifacher Olympiasieger im Geräte Achtkampf auf der I. und II. Arbeiterolympiade 1925 in Frankfurt a. M. und 1931 in Wien“.

Aufnahme von 1934. Kurt Rödel mit seiner Ehefrau im Garten seiner Thalbacher Wohnung, links sein Sportfreund Hermann Horlbeck, mit dem er viel Zeit privat und im Training verbracht hat.

Kranzniederlegung am Grab Kurt Rödels auf dem Reinsdorfer Friedhof im Oktober 1959. Ihm zu Ehren kämpften bei international besetzten Kurt-Rödel-Gedächtnisturnieren Alt und Jung um Sieg und Ehre. Den begehrten Pokal im Turnen errang 1960 Olympiateilnehmer Siegfried Fülle.

Zeitungsartikel der dam. Volkswacht zur Namensweihe der Greizer Sportschule

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