Winter – wir sind vorbereitet! Wirklich?

Wo der Gehweg nicht geräumt ist- dort beginnt das Greizer Rathaus! (alle Fotos: trö/grz)

Greiz hat eine Winterdienst-Satzung. Nur: Bürgermeister/Stadtverwaltung halten sich nicht dran.

(Greiz). Seit Tagen warnt der Winterdienst vor einer Kaltfront mit starken Schneefällen. Quasi mit Ansage endlich einmal (normaler) Winter, wie wir ihn von früher kennen. Jeder konnte sich darauf einstellen. Heute bricht bei der ersten Schneeflocke die Katastrophe aus? Schulen bleiben geschlossen, Kindergärten stellen auf „Notbetrieb“ um. Die Plattitüde „Unser Winterdienst ist vorbereitet“ hört man jedes Jahr neu. Und besteht den Praxistest – nicht!

Wo der Gehweg nicht geräumt ist – dort beginnt das Greizer Rathaus! (alle Fotos: trö/grz)

Die Winterdienstsatzung unterscheidet eigentlich nicht zwischen privat und öffentlich

Um nicht missverstanden zu werden: Bei starken Schneefällen kann der Winterdienst nicht überall zugleich sein (egal ob Landesbetrieb, Kreisstraßenmeisterei oder städtischer Bauhof). Natürlich dauert es entsprechend der Prioritäten, bis die Winterdienstfahrzeuge alle Straßen räumen können. Für Gehwege bleibt da noch weniger Zeit.

Unter anderem deswegen hat die Stadt Greiz (wie viele andere Gemeinden auch) den Winterdienst auf Gehwegen über die Straßenreinigungssatzung (link hier) an die Eigentümer der anliegenden Grundstücke übertragen und dazu auch Zeiten festgesetzt.

Die gelten natürlich nur für die normalen „Untertanen“ und deren Immobilien, nicht für den Bürgermeister und seine Rathaus. Denn was sieht man auf den nachfolgenden Fotos (Marktstraße/ Markt)? Private Eigentümer schaffen die Winterdienstpflicht. Der Bürgermeister nicht.

700 T€ Sanierungskosten- aber keine Schneeschieber. Frauen schuften, Männer bleiben im warmen Rathaus?

Peinlich wird es, wenn Passanten mitbekommen, dass vor dem Rathaus junge Frauen beim Winterdienst schuften müssen. Während männliche Auszubildende bzw. Bedienstete im warmen Rathaus sitzen. Bekommt der Hausherr, BM Alexander Schulze, es nicht hin, entsprechende Unterstützung zu planen? Beim heutigen Dienstbeginn um 8.05 Uhr ist es bei solchen „Notlagen“ noch nicht zu spät, oder? Noch peinlicher ist aber, wenn die Frauen den inzwischen festgetrampelten Schnee nur mit Besen räumen können.

Warum? Weil ihnen im Greizer Rathaus schlicht keine Schneeschippen zur Verfügung stehen! Fast 700 T € Sanierungskosten, u.a. für höhenverstellbare Schreibtische – aber für Schneeschieber reichte es nicht? Ein zufällig anwesender Stadtrat der AfD-Bürgerfraktion witzelte, dass seine Fraktion dem offensichtlich verarmten Bürgermeister zur nächsten Stadtratssitzung sehr gern Schneeschieber zur Verfügung stellt. Die natürlich standesgemäß in blau.

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