Ein längst vergessenes Greizer Original : Robert Klüger Schon viel wurde über mehr oder weniger stadtbekannte Greizer Originale berichtet. Ein Name aber darf dabei nicht unerwähnt bleiben. Es handelt sich um Julius, Robert Klüger geb. 20.2.1848 in Greiz, gest. 5.10.1912 in Greiz.
Er war Bote u. Markthelfer bei Kaufmann Adolf Romroth in Greiz. Das Romroth’sche Haus befand sich am Anfang der Parkgasse / Brückenstraße, der Heinrichsbrücke gegenüber. Es wurde 1946 abgerissen. Alljährlich zur Bockbierzeit nahm der „Klüger’s Rob“ sein Instrument, eine Laute oder Gitarre, untern Arm, ging in Greizer Gasthäuser an die Stammtische, spielte u. sang dazu Verse aus dem Greizer Alltagsleben, welche nicht ganz ohne Ironie waren.

Mein Urgroßvater Friedrich Vogel geb. 1848 gest. 1937 überlieferte folgende Verse:
1.Mer ham nah ünnern Lamp gehengten Harisch (Hering) derr wie Ratz, ne Sünntog derf’r gessen warn, de Graten gricht de Katz.
2. Mer ham noch 13 Grienestoll’n lang wie ne Ufenbank, ihr Kinner aßt fei net zoviel ,sinst werder namlich krank.
3.Mer ham in Grätz a unnern Ferscht ,dar nannt sich „Souverän“vom Preiß do will’r net viel wissen ,vor dänn iss’r ze klähn.
4.Mer ham uns aa e Licht gekaaftfer zweiundzwanzig Pfengdes müß mer nei ne Trogkorb stell’n, dr Leichter is ze eng.
5.Mer ham a ähne Mausefall’, die werd mit Gerscht’ geloden, dr Speck dar is ze schod d’rfürmer nämme ne zum broten.
Die Verse gingen ins Unendliche weiter, leider sind sie verloren gegangen. Einen Krug Greizer Freibier dürfte es wohl aber immer gegeben haben.
Aufgeschrieben von meinem Vater Folker Schramm

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