
Das Greizer Rathaus mit Marktbrunnen,wie wir es auf dem Bilde sehen, konnte wegen vollständiger Verarmung der Stadt erst 40 Jahre nach dem Großen Stadtbrand 1802 so aufgebaut werden. Währenddessen war der Platz Spielplatz der Kinder. Der Aufbau konnte nur unter Aufnahme einer großen Schuldenlast erfolgen, die sogar noch nach 10Jahren 17 538 Taler betrug. Im abgebrannten, sowie im neuen Rathaus befanden sich außer den wenigen Verwaltungsräumen noch die anfänglich hölzerne Stadtbrauerei ( nach der Grässlitz zu ), der Ratskeller, die „Brotbänk“, ( Verkaufsstände für Bäcker, die das Semmelbacken in der Woche hatten ) und ein Tanzsaal, im neuen außerdem die Städtische Sparkasse, geöffnet für einige Stunden an 2 Tagen. Sie wurde nach Ankauf des Heinrich Arnold’schen Hauses ( die spätere damalige Sparkasse )dorthin verlegt und entwickelte sich so glänzend, dassdie Bilanz 1935 mit RM. 21 317 549,– abschliesst und einen Gewinn von RM. 279 707,– erzielen konnte.75% der Greizer Einwohner schenken ihr das Vertrauenund haben bei ihr ein Sparkonto angelegt.Der Marktbrunnen, neben dem im vorhergehenden Jahrhun-dert noch ein zweiter Bottich für Trinkwasser stand,das oberhalb von Tryfle kam, wurde leider 1884 besei-tigt. Sein Wasser erhielt er von St. Adelheid, und je-der hatte daran das Wasserrecht. Die Brauweiber trugendas Wasser in grossen Zobern vom Marktbrunnen durchs Rathaus zu den Brauräumen hinab. Zu dieser Zeit hattefast jedes Haus einen eignen Ziehbrunnen oder eine„Pflumpf“, die bei Platzmangel im Hof mitunter direkt an der Düngerstelle stand. Aus diesem Grund lässt sich wohl auch das häufigere Auftreten von Seuchen erklären,oder waren die Magen der alten Greizer so kräftig, das sie selbst Bazillen restlos verdauen konnten ? Auf der Schützenscheibe des Schützenkönigs ZeugschmiedWeiss steht vor dessen Haus ( später damals Weinstube Stephan )eine mächtige Wasserpumpe, wie auch an manchen anderen Strassen. Mit Legung der Städt. Wasserleitung 1879 trat wesentliche Verbesserung in der Wasserversorgung ein,jedoch entstand durch den grossen Wasserverbrauch fortgesetztes Suchen nach neuen Quellen. Da alle Mühe nicht zum gewünschten Erfolg führte, unternahm man sogar den teuren Versuch, unterhalb des Sauwehres nach Wasser zu graben, in der Hoffnung, dort durch das feste Quarzitgestein angesammeltes Wasser zu finden. Aber die Greizer lehnten trotz des Gutachtens des berühmten Prof. G. ( Name leider mir unbekannt) aus Jena den sogenannten „Sausprudel“ nach heftigen Debatten mit drastischen Ausdrücken im Gemeinderat ab. Gegenüber vom Rathaus standen Proepffer und Löwenapo-theke….
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