
Greizer Stadtbrand 1802.
Der Brand vom 6. April 1802, auf 4 Uhr Nachmittag entzündete sich im Oberen Brauhaus auf dem Markt ein Feuer und welches früh um 2 Uhr. 10 und 1/4 Stun-den dauerte es bis die Stadtkirche, Turm, Priester Wohnungen, Schulen, das UntereSchloss, Amtshaus, Rathaus, Stadtmühle, 3 Bräuhäusser, 2 Malzhäusser, u.s.w. in Schutt und Asche lagen. Übrig geblieben waren dasObere Schloss, Teichgasse,die halbe Siebenhitze, Häuser hinterm Schlossberg, die halbe Vorstadt, Silberstrasse,Leimgrube ( Lehmgrube), und die Anger Häuser. Greiz war durch den Brand ins größte Elendgestürzt worden. Es zählte damals etwa 3-4 000 Einwohner. Über 300 Familien waren obdachlos. Die meisten waren bei der Rudolstädter Bank versichert und erhielten keine Entschädigung, da diese zusammen brach.Tausend Handwebstühle mit allem Zubehör waren vernichtet worden. Dazu kam noch , man viel gestohlen hat. Die Fürstin spendete 1000 Gulden und ihr Gatte, Heinrich XIII., gab reichlich Holz und Ziegel zum Aufbau. Sogar aus dem Pöllwitzer Wald, aus dem man sonst kein Holz nach Greiz abgab, konnte man sich solches holen. Man schickte Bettelbriefe in alle Nachbar- und größeren Städte und erfreulicher Weise mit großem Erfolg. So spendeten unsere nächsten Nachbarstädte Netzschkau,Mylau u.a. je bis an die 100 Taler. Reichenbach 158 Taler, Plauen 700 Taler, Leipzig 1000 Taler, und auch die “ Allgemeinheit “ spendete vielfache Beträge. Aber dies alles war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Urheber des Brandes, Braumeister Roth, wurde nicht vom Greizer Gericht verurteilt, sondern von der juristischen Fakultät in Jena zu 5 Jahren Gefängnis und zur Tragung sämtlicher Kosten…..
(Irrt.Vorb)
Info: Rektor Franz Leber 1935

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