
Als im November 1887 der Kaufmann Eduard Lippmann als Geschäftsführer den Laden der Firma Tietz am Greizer Markt übernahm, war dieser noch ein unbedeutender Kramladen. Man kaufte in Greiz entweder bei Pfröppfer oder bei Kother ein. Diese Ansichtskarte von 1905 zeigt das neue Kaufhaus Tietz am Ernst-Arnold-Platz. Den bereits stattlichen Vorgängerbau hatte Heinrich Tietz 1895 von Carl Henicke erworben, der seit 1867 im Erdgeschoss seinen Laden betrieb. Anlässlich des 25-jährigen Geschäftsjubiläums im Jahr 1912 hatte nach Abriss des Hotels „ZumLöwen“ das Gebäude durch die Glasfassade an der Nordseite sein heute bekanntes großstädtisches Aussehen erhalten. Auserdem war der neue Gebäudeteil an der Brauhausgasse fertiggestellt. Zu der Zeit arbeiteten ca. 130 Mitarbeiter zum Wohle der Kunden. Sein 50 jähriges Jubiläum feierte Herr Lippmann schon unter den Repressalien der Nazi-Diktatur, war er doch wegen seiner jüdischen Herkunft deren Schikanen ausgesetzt. 1938 verließ er Greiz in Richtung Argentinien, nachdem das Kaufhaus ,,arisiert“ worden war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das ehemals Tietz` sche Kaufhaus durch die HO (Handelsorganisation) übernommen und wurde bis zur Wende als „Kontakt-Kaufhaus“ geführt. Im Zuge der Reprivatisierung zog nach der Wende das Kaufhaus Storg im Gebäude ein…
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