„Das steht schon seit Jahren so“

Ehemaliger Raasdorfer Gasthof macht keinen vertrauenserweckenden Eindruck

(Greiz). Die Kreisstadt Greiz hat – wie auch andere Städte im Landkreis – seit Jahren ein massives Problem mit den sogenannten „Schrottimmobilien“. Massiv deshalb, weil alle (Eigentümer, Nachbarn, Medien, Kommunen und vor allem – die dafür zuständigen Fachbehörden des Landratsamtes Greiz) erst einmal viele Jahre beim Verfall zuschau(t)en.

Selbst in dörflichen Greizer Ortsteilen gibt es Gebäude, die man sich genauer anschauen sollte

Wenn man denkt, das Thema „Schrottimmobilien“ sei nur ein Thema der Innenstädte, der irrt. Auch in den eher dörflich geprägten Außenortsteilen wie z.B. Schönfeld oder Raasdorf findet man Gebäude, denen man eher keine lange Lebensdauer mehr zutraut. Beispielhaft ein paar Fotos vom ehemaligen Gasthof in Greiz-Raasdorf. „Das steht schon seit Jahren so“ hört man dann oft von Anwohnern. Man kann nur hoffen, dass dort nicht die nächste Straßensperrung auf die Bürger zukommt.

Greizer Bauaufsicht: Schaut sie beim Verfall der Gebäude zu?

Noch schlimmer ist eigentlich die Ausrede der dafür zuständigen Unteren Bauaufsichtsbeörde des Landkreises Greiz. „Wir beobachten die Immobilie seit Jahren“ kommt auf Nachfrage oft als Antwort. Die Frage ist – wobei? Beim Verfall? Das Wort Prävention (Vorbeugung) scheint im Vokabular der Greizer Bauaufsicht nicht vorzukommen? Lieber sperrt man dann wochen-, monatelang und zum Teil Jahrelang (Grünrathstraße in Greiz) öffentliche Straßen. Mit massiven Auswirkungen auf die Anwohner (so in Weida oder der Greizer Stavenhagenstraße) und die sonst so beschworene „Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs“. Den Behörden kann man aber nur bedingt einen Vorwurf machen. Das deutsche Baurecht hat offenbar keine „Knüppel“, sondern nur abgelutschte Beamten-Bleistifte.

Traumtänzer Regierungen – und Bund wie Ländern

Die wahren Nichtskönner sitzen in den Regierungen – denen der Länder und des Bundes. Dort sitzen Politiker als „Fach“minister, die monatlich Unsummen an Beamten-„Alimentation“ einstreichen. In Wahrheit aber in der Regel keine Ahnung haben von den Themen, denen sie vorstehen. Es daher auch nicht auf die Kette bringen, ihren nachgeordneten (ebenso fürstlich überbezahlten) Ministerialbeamten auf die Sprünge zu helfen und im Bund bzw. den Ländern das Bau(ordnungs)recht zu verändern. Und zwar so, dass die Unteren Bauaufsichtsbehörden nicht mehr dastehen wie die Kinder mit Bauklötzchen im Kindergarten. Sondern wirksame Mittel gegen Eigentümer, die ihr Eigentum vernachlässigen.

Ein erster Punkt bei Änderung von Rechtsvorschriften wäre z.B., dass nur Inländer Immobilien erwerben können. Das erspart weltweite Bemühungen und Kosten für Übersetzer. Wie in Thailand, wo dessen Regierung gerade das – ohnehin schon bestehende Recht – massiv durchzusetzen beginnt. Zielgruppe dort sind Grundstücksspekulanten u.a. aus China. Es gibt weitere Staaten auf dieser Welt, die genauso vorgehen. Zumindest muss dort eine – erreichbare – inländische Gesellschaft Eigentümer sein, die man im Fall des Falles kurz und schmerzlos an die Kandarre nehmen kann. Nur in Deutschland verläuft sich die deutsche Beamtenschaft im eigenen Bürokratie-Dschungel.

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