Blitzer sollen Greizer Haushalt sanieren?

Die Blitzersäulen sollen 140 T€ pro Jahr einspielen. Die Mietkosten betragen 50 T€ pro Jahr. (Screenshot: Website der Stadt Greiz)

Im Netz geistern Fotos der Blitzersäulen – bisher wohl nur Planungsunterlagen

(Greiz). Vielen dürfte noch das – im Volksmund als „grauer Hai“ bekannte – Blitzer-Fahrzeug des Greizer Ordnungsamtes bekannt sein. Das hat man übrigens schon längere Zeit nicht mehr im Stadtgebiet gesehen. Nun rüstet die Stadt Greiz weiter auf. Laut Verwaltungs-Haushalt (HH) 2025 der Stadt Greiz (Seite 84 von 246 der im Netz einsehbaren PDF) sollen die Mietkosten der Blitzersäulen 50.000 Euro im Jahr betragen. Geplante Einnahmen (ein Widerspruch in sich!): 140.000 Euro.

Am 03.02.2026 kursierten auf diversen social-Media-Kanälen (WhatsApp, Instagram etc.) Fotos der Blitzersäulen. So wirklichkeitsnahe Abbildungen, dass selbst Stadträte wie Torsten Röder (AfD-Bürgerfraktion) darauf hereinfielen. Auf seinem Politik-Account bei Facebook postete er die möglichen Standorte und verwies darauf, dass der Greizer Bürgermeister tatsächlich die Anschaffung solcher Säulen im HH 2025 geplant habe. Später korrigierte er seinen Eintrag dahingehend, dass es sich erst um Fotos der möglichen Standorte handelt. Er bestätigte aber, dass die Anschaffung tatsächlich geplant sei. Dies führte zu zahlreichen Diskussionen bei Facebook.

Die Standorte sollen allesamt entlang der Bundesstraßen B92 und B94 liegen, zumeist an geraden, gut einsehbaren Strecken (die gerade nicht als Unfallschwerpunkte bekannt sind). Benannt sind

  • B92 Plauensche Straße (je nach Blitzrichtung VOR oder NACH) Berufsschule
  • B94 Zeulenrodaer Straße stadteinwärts Höhe Autohaus (NACH der Elstertalschule)
  • B94 Schlossbrücke Ri. Reichenbach (zwischen Abzweig Papiermühlenweg und Gerichtsstraße)
  • B94 Greiz-Schönfeld (kurz vor Abzweig Gartenmarkt).

Im Netz wird – nicht zu Unrecht – die Frage aufgeworfen, warum die Blitzersäulen nicht in 30-iger Zonen der Stadt Greiz stehen. Wie z.B. in der Carolinenstraße vor der Vogtlandhalle. Denn dort ist – gerade vor und nach Veranstaltungen – reger Fußgängerverkehr. Oder vor Kindergärten. Denn das wäre ein echter Beitrag zur „Verkehrssicherheit“, was das regelmäßige Mantra für solche Anschaffungen ist. Ob die Kommunen auch so heiß darauf wären, wenn sie die Einnahmen (z.B. an Greizer Vereine) spenden müssten? Wohl eher nicht. Es ist auch nicht zu erwarten, dass Vereine dadurch mehr Geld bekommen. Sondern die Blitzer sollen schlicht helfen, die Deckungslücke des Haushaltes zu schließen.

Daher wird die mutmaßliche Antwort gleich mitgeliefert: Weil es sich nicht „lohnt“. Denn weder in der Carolinenstraße noch der Lindenstraße wären vermutlich die anvisierten 140 T€ erreichbar. Diese Summe steht – wie dokumentiert – so im Greizer Haushalt.

Die Blitzersäulen sollen laut HH-Stelle 11100. 26030 140 T€ pro Jahr einspielen. Die Mietkosten betragen 50 T€ pro Jahr. (Screenshot: Website der Stadt Greiz)

Die Durchreisenden werden sich sicher herzlich „bedanken“. Denn nur sie fallen auf stationäre Blitzer rein. Die Greizer werden die Standorte (nach Aufstellung) binnen weniger Wochen intus haben. Was also bringen solche Blitzer an solchen Standorten für die Verkehrssicherheit? Nichts. Außer Geld.

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