Zeulenroda: Abwahlantrag gescheitert

Der gescheiterte Abwahlantrag.

Bürgermeisterin scheitert beim Versuch, ihren 2. Beigeordneten loszuwerden

(Zeulenroda-Triebes/ LK Greiz). Die Bürgermeisterin der Stadt Zeulenroda-Triebes, Heike Bergmann (jetzt parteilos, angetreten für die IWA-Pro Region) ist am Mittwochabend (25.02.2026) mit ihrem Abwahlantrag gegen ihren 2. Beigeordneten, Andreas Stiller (AfD), gescheitert. Sie erhielt für ihren Abwahlantrag nicht die notwendige Mehrheit.

Von den anwesenden Stadträten stimmten neun mit „JA“ für den BM-Antrag, neun mit „Nein“ dagegen. Zwei Stadträte enthielten sich. Bei Stimmengleichheit sind Anträge ohnehin abgelehnt, benötigt hätte Bergmann aber die Mehrheit von 13 Stimmen. Stiller selbst war wegen persönlicher Beteiligung (persönlicher Vor-/Nachteil) von der Abstimmung ausgeschlossen, Bürgermeisterin (BM) Heike Bergmann dagegen seltsamerweise nicht. Sie hätte jedoch auch einen „persönlichen Vorteil“ gehabt, falls ihr ehemaliger Mitbewerber (Stiller war der unterlegene Kandidat bei der letzten BM-Wahl) geschasst worden wäre. Das ganze Theater war erkennbar darauf ausgerichtet, auch Leute aus ihrer Restefraktion auf diesem Posten zu installieren. Andreas Stiller zeigte sich über das Ergebnis erleichtert und bedankte sich für den Vertrauensbeweis.

Markus Hofmann (CDU), der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtrat Zeulenroda-Triebes, ist als Polizeibeamter naturgemäß im Beamtenrecht und Verwaltungsrecht fit. Er nutzte nach der Abstimmung die Gelegenheit, Bürgermeisterin Heike Bergmann deren Defizite in der Führung der Stadtverwaltung und im Umgang mit den Stadträten zu spiegeln. Heike Bergmann rutschte bei diesem Vortrag erkennbar in ihrem Stuhl zusammen. Sauer aufgestoßen war den Stadträten vor allem, dass Stiller das Gespräch mit Bergmann gesucht hatte, was diese brüsk zurückgewiesen hatte. Es ging um einen social-media-Post bei Facebook, wo Verwaltungs-Internas zum leidvollen Thema Waikiki plötzlich brühwarm in der Tageszeitung Ostthüringer Zeitung (OTZ) standen. Stiller hatte in seinem Post gefragt, ob die Bürgermeisterin wohl ein „Techtelmechtel“ mit dem Informanten hatte. Der Post wurde von Stiller später gelöscht.

Kommentar:

Wer Suchmaschinen oder KI bedienen kann (Frau Bergmann kann das offenbar nicht), stellt sehr schnell fest: Der strittige Begriff ist durchaus nicht immer sexuell notiert. Sondern wird speziell in Medien und Politik auch als Synonym für enge Verbindungen im kommunikativen Bereich benutzt. Bürgermeisterin Heike Bergmann jammerte im anschließenden Interview mit dem lokalen Radiosender Vogtlandradio, dass sie die Mehrheitsverhältnisse kenne und dieses Ergebnis daher nicht unerwartet kam. Wenn sie die kennt (sie hat keine Mehrheit hinter sich): Warum um Gottes Willen verschließt man sich dann einem klärenden Gespräch mit Stiller? Sondern rennt statt dessen mit Anlauf mit dem Kopf gegen die Wand! Nur weil sie da eine – nicht vorhandene – Tür vermutet, um einen unliebsamen Mitbewerber loszuwerden? Das ist ganz schlechter Stil. Damit bestätigt sich aber erneut die Volksweisheit: Gib jemanden Macht – und du erkennst seinen wahren Charakter. Das gilt offenbar nicht nur in der Kreisstadt Greiz, sondern eben auch in Zeulenroda-Triebes. Schade.