Die Sächsische Landesgartenschau wird 2029 in Auerbach/Vogtl. und Rodewisch ausgerichtet. Keine drei Jahre bleiben also noch, um alle Vorbereitungen abzuschließen. Wir haben zusammengetragen, was der aktuelle Stand ist, wo sich die Kommunalpolitik streitet und was über die Kosten bekannt ist:
1. Der Baufortschritt
Kerngelände der Gartenschau wird das zwischen den beiden Städten gelegene Freudenthal sein. Bisher gibt es – von ein paar gefällten Bäumen abgesehen – noch keine sichtbaren Fortschritte. Derzeit laufen die Planungen. Insbesondere sollen Stege gebaut und die Göltzsch freigelegt werden. Letzteres soll auch abseits des Kerngebietes passieren, nämlich in der Innenstadt von Auerbach. Außerdem ist der Bau von drei Kreisverkehren geplant. Die Umwandlung einer bisher ampelgeregelten Kreuzung in einen Kreisverkehr wurde im September im Rodewischer Stadtrat beschlossen. Die Kosten dafür allein belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Abseits des Projektgebietes, aber direkt an dieses angrenzend, wird auch die Schloßstraße in Rodewisch erneuert.
2. Zoff um die Laga-gGmbH
Die beiden Ausrichterstädte werden die Durchführung der Landesgartenschau in eine Landesgartenschau-gGmbH auslagern. In Rodewisch gab es aus der AfD-Fraktion Kritik an der Ausgestaltung des Gesellschaftervertrages. Aus der Fraktion hieß es, es sei unzufriedenstellend, dass der Aufsichtsrat der GmbH nichtöffentlich tage und dort beispielsweise auch über künftige Eintrittspreise bestimmt werde, sodass die gewählten Vertreter nur noch bedingt entscheiden könnten. Außerdem ginge aus dem Vertrag hervor, dass die ebenfalls nichtöffentlichen Jahresabschlüsse erst mit Verspätung öffentlich würden. Auf ein etwaiges Defizit für die Stadt hätten die Stadträte so überhaupt keinen Einfluss mehr. Bürgermeisterin Schöniger (Einzelbewerberin/CDU) und Stadtrat Matthias Ditscherlein (SPD) äußerten Kritik an den Ausführungen der AfD und gaben zu verstehen, dass es aus ihrer Sicht keinen Grund für Misstrauen gäbe. Beschlossen wurde der Gesellschaftsvertrag schließlich gegen die Stimmen der AfD-Fraktion. Anders in Auerbach: Hier hat auch die AfD-Fraktion zur einstimmigen Entscheidung im Stadtrat beigetragen.
3. Großbaustelle Schloßinsel
Fast schon im Rodewischer Stadtzentrum liegt die weit über die Stadtgrenze bekannte Schloßinsel. Hier wird ab diesem Herbst gebaut. Bereits vor der Gartenschau geplant war die Neugestaltung der Bühne und einiger weiterer kleinerer Gebäude. Neu hinzugekommen ist die Nutzung des Herrenhauses, das ab 2029 Sitz der Laga-gGmbH sein soll. Dem Umbau des Herrenhauses, das früher das Museum Göltzsch beheimatete, gehen derzeit archäologisch begleitete Grabungen auf der Insel voraus. Wie eine Archäologin dem MDR sagte, wären bereits über 400 Jahre alte Abwasserkanäle gefunden worden. Auf den geplanten Inselumbau haben die bisherigen Funde allerdings keinen großen Einfluss.
4. Was wird aus dem Museum?
Aber was soll nach der Landesgartenschau im Herrenhaus passieren? Auch hierüber gibt es im stark politisierten Rodewischer Stadtrat mittlerweile seit Monaten Dauerstreit. Während die Bürgermeisterin und die Mehrheit der Stadträte ein Multifunktionsgebäude mit Café und Touristeninformation befürworten, möchte die AfD möglichst zurück zum Museum. Beide Ideen sind derzeit noch nicht ausgereift. Weder ist klar, wie ein Museum bezahlt werden könne, noch ist klar, wer das Café betreiben und was sonst noch in das für ein Café viel zu große Herrenhaus einziehen sollte.
Die Stadträte Yvonne Menge, Susan Petermann und Bernd Siegl (alle AfD) stören sich zudem am Umgang mit Museumsgut, denn dieses sei zum Teil nicht auffindbar. Auch hier gibt es Streit. Ausgang: Ungewiss.

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