Schwere Aufgabe für Maximilian Böttger
(Greiz/Taucha). Der RSV Rotation teilt in einer Pressemeldung folgendes mit:
Nach dem Sieg beim Vorjahresmeister KFC Leipzig schien eigentlich ein weiterer Erfolg beim deutlich schwächeren AC 1990 Taucha nicht das ganz große Problem für die zweite Ringermannschaft des RSV Rotation Greiz zu sein. Doch das änderte sich schnell. Nicht nur Routinier Sebastian Wendel fiel aus, auch Joel Wrensch erkrankte. Am Freitag 14:30 Uhr informierte Iunus Gaisuev, der ursprünglich für die Gewichtsklasse 80 kg (Freistil) vorgesehen war, den für die Mannschaftsaufstellung Verantwortlichen Maximilian Böttger von seinem krankheitsbedingten Ausfall.
Nun war guter Rat teuer bei der Gewichtsklasse bis 80 kg. Zwar stehen noch einige Sportler in Greiz auf der Starterliste, doch keiner von ihnen dürfte eine Chance haben gegen den erwarteten Widersacher in Taucha sechs Minuten durchzuhalten. Die einzige machbare Lösung wäre der Einsatz von Maximilian Böttger selbst. Doch dieser wog zum Zeitpunkt des Telefonates genau 84,4 kg. Am Sonnabend 18:45 Uhr müsste er 80,0 kg oder weniger auf die Waage bringen. Dazu war noch rund 28 Stunden Zeit. Am Freitag stand von 16 bis 18 Uhr das Kindertraining auf dem Plan. Bei der viel zu kleinen Nachwuchstrainergruppe ist montags und freitags Maximilian Böttger als Hauptverantwortlicher in Aktion. Dick angezogen wurde sich da so viel wie möglich selbst bewegt. Dann das Männertraining bis 20 Uhr mit anschließender Bewegung auf dem Hometrainer. Ohne Essen und sehr wenig Trinken. Am Sonnabendvormittag noch ein Lauf. 15 Uhr Abfahrt nach Taucha, dort Probewiegen und das letzte Gewicht durch Laufen auf der Matte abbauen. 18:45 Uhr das offizielle Wiegen. Die Waage zeigt 79,9 kg. Wasser kann so sehr erfrischend sein! Die Mannschaft ist auf allen zehn Positionen besetzt. Rund 35 Minuten später wird der erste Kampf angepfiffen.
Robert Hessel, Jugendwart und Vorstandsmitglied beim RSV, der bereits am Vormittag die sehr, sehr kleine Kinderdelegation beim Turnier in Jena betreute und dann nach Taucha eilte um wie üblich die zweite Mannschaft zu unterstützen, lobte den Zusammenhalt der Truppe: „Jeder hat taktisch das Beste für die Mannschaft aus sich herausgeholt.“ Das begann schon bei Hassan Bersanukaev (57 kg/f), der anfangs führte und dann geschickt defensiv kämpfend Maisam Zafar nur einen 5:2 Sieg zuließ. Lucas Gansi (130 kg/g) holte sich den Mannschaftspunkt durch einen 4:2 Sieg über den deutlich schwereren Christoph Schinke. Leider konnte Silas Warmuth (61 kg/g) seine 3:1 Führung gegen Leon Haufe nicht verteidigen und gab beim 3:3 einen Punkt ab. Der erstmals eingesetzte Alexander Bahn (98 kg/f) bezwang den durch seine unorthodoxen Würfe gefährlichen Martin Schneider 5:1. Ein weiterer Punkt ging auf das Konto von Pascal Hessel (66 kg/f), der den Vierten der U17-Meisterschaft Nick Brederlow 5:3 bezwang. Gunnar Frisch (86 kg/g), vom bayerischen Rehau nach Greiz gewechselt, führte bald 6:0 und 8:2 gegen Roman Chernov, dann unterlief ihm allerdings ein Fehler, der zu einer Schulterniederlage führte. Dustin Nürnberger (71 kg/g) ließ gegen dem allerdings im freien Stil stärkeren Julian Clemens nur einen 5:1 Sieg zu.
Jetzt schlug die Stunde von Maximilian Böttger (80 kg/f), der sich mit dieser Stilart nicht so recht anfreunden kann. Sein Gegner, Paul Würker, kommt aus Potsdam, hat für Artern in der Regionalliga gekämpft und sich mit der Ringkampfart Grappling beschäftigt. Dort wurde er deutscher Meister und sogar Weltmeister. Der Kampf stand zu diesem Zeitpunkt 9:4. Dabei muss wann wissen, dass die beiden letzten Kämpfer aus Greiz als haushohe Favoriten galten und die 8 Punkte schon eingeplant wurden. Wollte Greiz die Matte siegreich verlassen, durfte Maximilian Böttger maximal zwei Punkte abgeben. Nochmal mussten die Zähne zusammengebissen werden. Und das Vorhaben gelang. Durch seine 1:4 Niederlage kam Taucha auf elf Punkte, Greiz hatte 4 Punkte. Im Endspurt kamen die Gäste durch zwei schnelle Siege von Fabian Wächter (75 kg/f) und Joel Wrensch (75 kg/g) auf 12 Punkte und konnte so doch noch den Mannschaftssieg in Taucha feiern und führt nun zusammen mit Lugau die Tabelle an.
Maßgeblichen Anteil daran hat Maximilian Böttger, der mit 5 Jahren bei Andreas Mattern mit dem Ringen begann. Heute ist er 23 Jahre alt, hat Immobilienwirtschaft studiert und ist in Greiz in der Immobilienverwaltung tätig. Sein größter sportlicher Erfolg waren zwei Silbermedaillen bei den Mitteldeutschen Meisterschaften, er wurde aber auch in der 2.Bundesliga eingesetzt und kam dabei auch zum Sieg. Maximilian Kahnt ist beim RSV Rotation Greiz nicht wegzudenken.
Kommentar hinterlassen zu "Knapper Sieg der Greizer Ringer in Taucha"