Stadtrat trifft heute die Weichenstellung bezüglich Gebäude Bruno-Bergner-Straße 2
(Greiz). Heute Abend (Donnerstag, 5.3.2026) ab 17.30 Uhr tagt der Stadtrat Greiz in einer Sondersitzung zur Problemimmobilie Bergnerstraße 2. Beantragt hatten die Sondersitzung mit ihren Unterschriften fraktionsübergreifend die vier Stadträte der IWA-Pro-Region (IWA-PR), die acht Stadträte der AfD-Bürgerfraktion (AfD-BF) sowie Stephan Marek von der SPD. Weitere Unterstützer aus der Fraktion SPD/Aktiv für Greiz-DIE LINKE- B90/Die Grünen (SPD/DL/G) fanden sich ebenso wenig wie bei der Fraktion CDU/Gemeinsam für Greiz (CDU/GfGRZ). Die Greizer werden von Stadträten der antragstellenden Fraktionen gebeten, zahlreich der Sondersitzung beizuwohnen.

Die Stadt Greiz mit dem Bürgermeister an der Spitze muss vom quatschen in´s machen kommen!
Im Rahmen der von der IWA-PR initiierten öffentlichen Sitzung (HBV berichtete dazu hier) zeigte sich Bürgermeister Alexander Schulze (parteilos/ Mandat CDU) als Verfechter eines Gebäudeabrisses. Er sah keine Notwendigkeit mehr, dass die Stadt selbst oder städtische Gesellschaften tätig werden sollte. Die Möglichkeiten seien „erschöpft.“
Als Vorsitzender des Aufsichtsrates (AR) der städtischen Wohnungsgesellschaft GeWoG mbH verwies er darauf, dass dazu auch noch keine AR-Sitzung stattgefunden habe. Man fragt sich: wieso nicht? Seit Jahren ist das Problem bekannt. Im Juli 2025 hatte sich der Verein Greizer Neustadt e.V. mit einem Brief in deutlichen Worten an den Bürgermeister und die Stadtverwaltung gewandt. Aktivitäten seither? Keine bekannt. Bürgermeister (BM) Schulze betonte am Montag aber wiederholt, wie oft man sich „im eingerichteten Arbeitskreis mit Fachbehörden getroffen und über das Problem gesprochen habe.“
Genau das ist des Pudels Kern: Vom darüber reden passiert leider nichts. Sondern man muss zu einem Zeitpunkt X auch mal in´s machen kommen. Das aber scheint weder für Stadträte noch für die Bürgerschaft erkennbar zu sein. Für Nichtstun (oder das Falsche tun) bekommt aber kein Bürgermeister ein üppiges monatliches Salär!
Die Heinrichstraße (heute: Bruno-Bergner-Straße) hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen. Selbst zu DDR-Zeiten tobte dort das pralle Leben. Im strittigen Gebäude war zum Beispiel ein beliebtes Cafe/ Jugendclub.

Es geht noch nicht um einen Kauf, sondern um das Schaffen von Voraussetzung für eine Neujustierung
In der heutigen Sondersitzung geht es im Wesentlichen nur um die Grundsatzentscheidung, ob sich im Stadtrat eine Mehrheit findet. Nämlich für einen Auftrag an den Bürgermeister, die Zwangsversteigerung des Gebäudes zu beantragen und somit erst neue Handlungsoptionen zu eröffnen. Alle bisherigen Kommunikations- und Verhandlungsbemühungen (sowohl seitens des Landkreises als auch der Stadt) mit dem aktuellen ungarischen Eigentümer waren nach übereinstimmenden Angaben an dessen mangelnder Gesprächs- und Lösungsbereitschaft gescheitert.
Erst danach ergeben sich weitere Optionen, die abzuwägen wären. Es gibt – anders als bei vielen anderen „Schrottimmobilien“ – einen interessierten Investor, der das Gebäude bzw. die stadtbildprägende Fassade erhalten will. Der kommt aber nicht weiter, so lange der bisherige Eigentümer dem Verfall tatenlos zuschaut und gar nichts tut. Insofern ist die diskutierte Lösung Einbindung der städtischen Wohnungsgesellschaft nur Plan B?
Es ist für den Stadtrat sicher keine leichte Entscheidung. Fakt aber ist: Entscheidet man sich falsch, fällt das Gebäude. Dann liegt erneut – wie schon so viele – ein neuer Schutthaufen direkt an der Bundesstraße, in der ein riesiges Loch in einem denkmalgeschützten Ensemble Unvermögen symbolisiert. Ein Abriss erfolgt auf Kosten des Steuerzahlers! Welcher neue Eigentümer soll bitte ein „Loch“ mit einem Schutthaufen erwerben, wo er Steuerschulden sowie Sicherungs- und Abrisskosten mit übernehmen soll? Das glaubt nur, wer sich die Hose mit der Beißzange anzieht. Oder in den Fraktionen ist, die keine Notwendigkeit für eine Sondersitzungen gesehen haben.





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