Greizer Persönlichkeiten und Orginale

MR Dr. Georg Wichmann ( Greizer Arzt)​geb. 2. Mai 1863 Greizgest. 5. März 1927 Greiz​Georg Wichmann wurde als Sohn des Zigarrenfabrikanten Carl Ludwig Wilhelm Wichmann und dessen Ehefrau Emilie Sophie, geb. Rohn, geboren. Er besuchte das Greizer Gymnasium und bestand 1884 die Abiturprüfung. Danach studierte er in Leipzig Medizin, erlangte 1889 seine Approbation und absolvierte seine Assistentenjahre in Braunschweig, Leipzig und Wiesbaden. Von 1894 bis 1897 arbeitete er als Arzt auf Frachtschiffen, mit denen er nach Afrika, Südamerika, Japan und China fuhr. Nach Greiz zurückgekehrt, erwarb er 1898 das Bürgerrecht. Seine Praxen befanden sich in der Mollbergstraße, später in der Idastraße. In dieser Privatpraxis befand sich seit 1907 der erste Röntgenapparat der Stadt Greiz. Im Jahre 1904 wurde er durch den Gemeinderat „als Polizeiarzt und Leichenschauarzt für die hiesige Stadt erwählt“. Im selben Jahr war er auch als Zweitarzt im Krankenhaus tätig. Privatpraxis und Röntgeninstitut betreute er weiterhin. Dr. Wichmanns Aufmerksamkeit wandte sich immer mehr der Tuberkulose zu. Bereits am 1. November 1910 wurde ihm mit dem Vorstand der Residenzstadt durch Vertrag „die Stelle des Vertrauensarztes der städtischen Auskunfts- und Fürsorgestelle für Lungenkranke in Greiz“ übertragen. Er war die maßgebliche Persönlichkeit im „Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose im Bereich des Bezirksverbandes Greiz e. V.“. In dieser Eigenschaft setzte er sich 1918, als das Jagdschloss in Waldhaus einer anderen Bestimmung zugeführt werden sollte, dafür ein, dass dort eine Walderholungsstätte für Tbc gefährdete Kinder eingerichtet wurde.Im Ersten Weltkrieg übernahm Dr. Wichmann die medizinische Betreuung der Hilfslazarette. Er war es, der die „St. Johannisloge Lessing zu den drei Ringen im Orient zu Greiz“ bat, ihr Gebäude in der heutigen Prof.Dr.Schneider Straße als Lazarett zur Verfügung zu stellen.​Dem Fürstenhaus rang er zum gleichen Zweck den Gartensaal im Sommerpalais ab. Seinen Bestrebungen war es zu danken, dass viele Greizer Soldaten in der Heimatstadt behandelt wurden. Die größte Aufgabe Dr. Georg Wichmanns war das Wirken als leitender Arzt des Landeskrankenhauses von 1919 bis 1924. Er stellte hohe Anforderungen an die ärztliche Betreuung der Bevölkerung, verlangte einen Augenarzt für die Einrichtung, sowie einen Assistenzarzt für die chirurgische Abteilung. Das 1923 neu gebaute, mit Fernwärme ausgerüstete Gebäude erhielt eine Röntgenabteilung.​Um sich weiterzubilden, besuchte er zahlreiche Fachkongresse. Er strebte vielseitige Prophylaxe und Nachbehandlung an. Ende 1924 schied Georg Wichmann aus dem Krankenhaus aus. Er widmete sich seiner Privatpraxis und erweiterte sein Röntgeninstitut. Im Jahre 1927 verstarb er an den Folgen eines Unfalls.​Ihm wurde von seinen Mitbürgern Vertrauen und hohe Wertschätzung entgegengebracht. Seit Anfang der zwanziger Jahre trägt die Straße zum Krankenhaus den Namen Wichmannstraße.

(Irrt.Vorb. )

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