Vorsorge ist besser als nachsehen!

Die BBK-Broschüre wurde komplett neu gestaltet (Screenshot: BBK Bonn)

Wer es nicht schafft, sich vorzubereiten- ist vorbereitet, es nicht zu schaffen! Auch bei der Kommunikation – deshalb unser Projekt „Bürger-Notfunk“.

(Deutschland) Die Zeiten ändern sich- nicht nur zum Jahreswechsel. In der Politik gibt zunehmend eine Kriegsrhetorik den rauen Ton vor. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat reagiert. Die früher orangefarbene Broschüre (die sich bisher eher mit Themen wie Blackout oder Hochwasser befasste) wurde komplett neu gestaltet. Sie können sich die neue Broschüre hier kostenlos herunterladen. In der Broschüre gibt es auch Checklisten.

Die BBK-Broschüre wurde komplett neu gestaltet (Screenshot: BBK Bonn)

Krieg ist plötzlich ein Thema- ein Blackout reicht aber für den Zusammenbruch völlig aus

Auch das Thema Krieg ist in der Broschüre plötzlich ein Thema und wird nicht mehr ausgeschlossen. Eine sogenannte asymetrische Kriegsführung mit Cyberattacken sowie Sabotageakten gegen kritische Infrastrukturen (sog. KRITIS) hält man zunehmend für möglich. Unter KRITIS fällt neben Verwaltung und medizinischen Einrichtungen insbesondere auch die Versorgung mit Wasser und Energie (Gas und Strom). Speziell Strom ist quasi das „Blut“ jeder modernen Gesellschaft. Fällt die Stromversorgung länger und überregional aus (nur dann spricht man wirklich von einem Blackout), fällt viel mehr aus als nur Ihr Kühlschrank!

Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Pflegeheime – plötzlich dunkel. Denn nur bei Krankenhäusern besteht die gesetzliche Pflicht, Notstromaggregate vorzuhalten. Geldautomaten? Pustekuchen! Einkaufen gehen? Fehlanzeige – Sie kommen weder rein noch funktionieren in den Supermärkten die internetgestützten Kassensysteme. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass Ihr Wasser „nicht mal eben so“ aus dem Hahn fließt? Sondern das es dazu eines Wasserdruck bedarf, den Pumpen erzeugen. Pumpen laufen – richtig, mit Strom. Nicht nur beim Wasserhahn, sondern auch bei Ihrer Toilette! Sie wollen tanken, um nach Hause zu kommen? Auch diese Pumpen laufen – mit Strom! Das glauben Sie alles nicht? Sie meinen, wir geben hier nur die Horrorszenarien aus dem Roman „Blackout“ von Marc Elsberg wieder? Mitnichten.

Die Fakten aus dem Roman haben eine seriöse Quelle, Autor Elsberg hat „nur“ die Handlung „drumherum“ erfunden. Das steht auch im Nachwort seines Romans. Die wirklich harten Fakten finden Sie hier , im Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung (TA) beim Deutschen Bundestag mit dem sperrigen Titel: “ TA-Projekt: Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“ vom 27.04.2011. Schon seit 2011 (!) ist dem Bundestag (BT) mit der Drucksache BT-DS 17/5672 also bekannt, welche dramatischen Folgen ein länger andauernder Stromausfall für unsere Gesellschaft hätte. Bis heute hat es der BT aber nicht einmal geschafft, das Baurecht so zu verändern, dass für Tankstellen, Pflegeheime etc. Notstromaggregate oder zumindest Einspeisepunkte Vorschrift wären. Aber wir leben bekanntlich „im besten Deutschland aller Zeiten“?

Bürgerprojekt „Bürger-Notruf“ erhält plötzlich neue Bedeutung.

Was viele nicht „auf dem Zettel“ haben- ohne Strom gibt es auch keine Mobiltelefonie und kein Internet mehr. Denn die Funkmasten sind nicht auf ewig mit Batterien „gepuffert“. Sondern meist nur 20- 60 Minuten. Selbst beim Festnetz haben wir zu Hause alle Internet-Telefonie. Fällt der Strom aus, fällt der Router aus. Dann können Sie weder einen Arzt noch die Feuerwehr anrufen, falls dafür Bedarf besteht. Was dann? Das schon aktivierte Bürgerprojekt (BP) „Bürger-Notfunk“ der Heimatstiftung Greiz-Vogtland (HSt GRZ-V) e.V. erhält unter diesen Rahmenbedingungen ebenfalls eine ganz andere Bedeutung. Daher wird das BP „Bürger-Notfunk“ auch 2026 wieder auf der Aktivitätenliste der HSt GRZ-V stehen. Aus gutem Grund.

KZV 2016 zeigt auf, dass der Staat nicht überall helfen kann. Schon unsere Vorfahren waren „Prepper“ – ohne den Begriff überhaupt zu kennen.

Wir Deutschen leben nach wie vor in einer „Vollkasko-Mentalität“, sprich nach dem Motto: „Der Staat wird es schon richten“. Auch hier gilt: Pustekuchen! Denn mit der „Konzeption zivile Verteidigung 2016 (KZV)“ vom 24.08.2016 (nachzulesen hier) machte die Innenministerkonferenz (IMK) klar, dass die Ressourcen des Staates endlich sind. Das „der Staat“ nicht jedem helfen kann. Sondern dass der Staat auch von den Bürgern Eigenverantwortung erwartet. So wird auch klarer, dass der Staat nicht jeden unterbringen kann – und will. Auf Seite 24 der KZV 2016 kann man nämlich den Aufnahmeschlüssel für Evakuierungen nachlesen:

Auszug aus der „KZV 2016“, Seite 24 (Quelle: BMI Berlin)

Gehören Sie zu den 1% – oder doch eher zu den 99%, die für sich selbst sorgen müssten?

All das lässt die Hinweise der neuen BBK-Broschüre in einem neuen und härteren Licht erscheinen. Aber eigentlich ist es doch „alter Wein in neuen Schläuchen“. Denn unsere Vorfahren wussten sich noch vorzubereiten. Jeder dürfte noch Omas Keller mit den „Einmachgläsern“ in Erinnerung haben. Also waren unsere Omas „Prepper“? Sie kannten ganz sicher diesen Begriff nicht. Aber im Sinne von „be prepared“ (sei vorbereitet) würde man sie heute so bezeichnen. Und unsere Vorfahren sind damit immer gut gefahren. Dann sollten auch Sie 2026 darüber nachdenken, mehr für die Eigenvorsorge zu tun- Ihre eigene und die Ihrer Familie! Denn wie zitierte Stefan Spiegelsberger (Betreiber des YouTube-Kanals „Outdoor Chiemgau“) den Referenten einer Krisenvorsorge-Konferenz? So: „Wer es nicht schafft, sich vorzubereiten – ist vorbereitet, es nicht zu schaffen!“

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