Greiz: Sperrung Bruno-Bergner-Straße hält an

Bisher keine Erkenntnisse zu dem von der OTZ fabulierten Abriss

(Greiz). Die Straßensperrung Bruno-Bergner-Straße (Grund: Gebäudesicherung) geht sicher vielen Greizern auf den Keks. Aktivitäten im Stadtrat zum Erhalt des stadtbildprägenden Gebäudes gingen nur von den Fraktionen der IWA-Pro Region und AfD aus. Die CDU, SPD und Linke schauten seit Jahren dem Verfall tatenlos zu- in der Stadt ebenso wie im Landkreis Greiz. Letztlich entscheid der Stadtrat Greiz, einen Auftrag an den Bürgermeister (BM) Alexander Schulze (parteilos, Mandat der CDU) zu erteilen. Nämlich endlich die Zwangsversteigerung des Gebäudes zu beantragen. Und zugleich im Aufsichtsrat der städtischen Greizer gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GeWoG) GmbH die Weichen dafür zu stellen, dass das Gebäude erworben und weiterentwickelt werden kann.

Greizer Bürgermeister wie Landrat bekleckern sich hier nicht mit Ruhm. Betroffenen wird Kommunikation verweigert.

Aus informierten Kreisen machte der Greizer BM in der Minimalvariante genau das, was der Beschluss ihm auftrug: den Antrag auf Zwangsvollstreckung stellen und einen Brief schreiben. Um das Verfahren zu beschleunigen, nach Gera zu fahren zum Amtsgerichtsdirektor – das geht nicht. Nach Bonn fahren zur Ehrenamtsgala des Bundespräsidenten geht schon. Da wird die Prioritätensetzung des CDU-geführten Bürgermeisters mehr als deutlich: mehr Schein als sein. Auch der Landrat bzw. dessen Ämter erhalten zum Gebäudeerhalt regelmäßig Post. Das übrigens zwischenzeitlich sogar einmal den Freistaat Thüringen gehört haben soll. Auch hier gilt der Spruch: Still ruht der See. Und das nach jahrelangem Zuschauen beim Gebäudeverfall seitens der Fachbehörden.

Auch direkt vom möglichen Abriss Betroffene finden in den Augen des Greizer Bürgermeisters keine Gnade oder Audienzen. Für Fototermine ist dieser immer zu haben. Für Gespräche mit Betroffenen dagegen nicht. Da werden – nach uns vorliegenden Informationen – Termine im Rathaus beim und vom Bürgermeister schlicht verweigert. Wundern tut dies niemanden mehr. Eigentlich ist man von der CDU schon gewohnt, dass Wahlversprechen nach der Wahl keine Rolle mehr spielen. Egal, ob in Berlin, Erfurt oder eben auch Greiz.

Greizer Neustadtverein will Busspur abschaffen und dafür Parkplätze schaffen

Auch hatte der IG Greizer Neustadt e.V. alle Stadtratsfraktionen angeschrieben. Der Verein will die Sperrung nutzen, um die Bundesstraße zu verändern. Statt der Linksabbiegespur für Busse schwebt dem Verein eher eine Parkspur vor. Nach Kenntnisstand der Redaktion reagierte bisher nach unseren Informationen nur die AfD-Bürgerfraktion. Dazu erhielten wir folgendes Schreiben zur Veröffentlichung, in dem dezidiert und ausführlich auf die Sach- und Rechtslage eingegangen wird. Vielen Dank an den Absender. Den anderen Fraktionen steht unsere Online-Regionalzeitung ebenso zur Verfügung- sie wird nur nicht genutzt.

Wir haben bei der AfD-Bürgerfraktion nachgefragt. Auf das Schreiben gab es bisher keine Reaktion. Nicht vom Landrat und auch nicht aus den anderen Fraktionen. Aus informierten Kreisen ist nur zur vernehmen, dass Abrissmaßnahmen bisher nicht vorangetrieben werden. Aber eben auch, dass der Straßenbaulastträger (Freistaat Thüringen in Auftragsverwaltung des Bundes) Druck macht bezüglich Öffnung der Bundesstraße. Die CDU pflegt auch in Greiz die Brandmauer und verweigert die Kommunikation- selbst zu Sachthemen. Wohin das führt, kann man sich in Serie bei den letzten drei Landtagswahlen anschauen. Kurzfazit: Die CDU hat nach wie vor den Schuss nicht gehört. Und wird zur nächsten Wahl mutmaßlich bitteres Lehrgeld dafür zahlen.

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