Landrat und Bürgermeisterin kämpfen für Grundschule Hohenleuben

Unterschrift LR_SM_SR zur GS HohenleubenUnterschrift LR_SM_SR zur GS Hohenleuben

Dr. Ulli Schäfer und Stefanie Soch schreiben an Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz: dringende Bitte um kurzfristige Fördermittel (mit Kommentar der Redaktion)


(Hohenleuben/ Greiz). Dr. Ulli Schäfer, Landrat des Landkreises Greiz, und Stefanie Soch, Bürgermeisterin der Stadt Hohenleuben, wenden sich an Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz mit der dringenden Bitte, kurzfristig Fördermittel für die Sanierung der Grundschule Hohenleuben bereitzustellen. Beide unterzeichneten einen entsprechenden Brief bei einem Vor-Ort-Termin am Freitag, 19. Juni 2026, an dem auch Stadtratsmitglieder, Vertreter der Kreisverwaltung und Schulleiterin Carmen Schiller teilnahmen.

Sanierungsbedarf wird mit 4,4 Millionen Euro beziffert

Der Sanierungsbedarf an der Schule wird auf 4,44 Millionen Euro beziffert. „Die Grundschule Hohenleuben ist ein unverzichtbarer Bildungsstandort für die Stadt und die umliegende Region. Sie sichert die wohnortnahe Grundschulbildung für zahlreiche Kinder und ist zugleich ein wichtiger Standortfaktor für Familien, Vereine und das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum“, heißt es in dem Brief. Die aktuelle bauliche Bewertung zeige jedoch einen außerordentlich kritischen Zustand des Schulgebäudes. Besonders die Tragkonstruktionen der Treppen weisen erhebliche Schäden auf, zahlreiche Treppenstufen habe man bereits durch Stahlkonstruktionen sichern müssen. Hinzu kämen erhebliche Mängel beim Brandschutz, der Elektroanlage, bei Sanitär- und Haustechnik, der Barrierefreiheit sowie weitere sicherheitsrelevante Defizite.

Die Situation habe inzwischen eine Dimension erreicht, die weit über den üblichen Sanierungsbedarf hinausgehe. „Nach einer Begehung durch das Staatliche Schulamt Ostthüringen Gera, das Landratsamt Greiz, die Schulleitung sowie eine Elektrofachfirma wurde festgestellt, dass ein sicherer Schulbetrieb am Standort Hohenleuben nur noch eingeschränkt möglich ist“, betonen Landrat und Bürgermeisterin. Zwar kann durch eingeleitete Sofortmaßnahmen und nur unter größter Vorsicht der Schulbetrieb in Hohenleuben für die wenigen Tage bis zu den Sommerferien weiterhin stattfinden, eine Dauerlösung ist das aber nicht, so dass die Grundschule mit Schuljahresbeginn 2026/27 vorübergehend in die Grundschule „Osterburg“ nach Weida ausgelagert wird.

Landrat Dr. Schäfer und Bürgermeisterin Soch machen in dem Schreiben an Minister Schütz auf die erheblichen Belastungen aufmerksam, die der notwendige Umzug nach Weida für Schüler, Familien und die Stadt Hohenleuben bedeutet. Sie bekräftigen, dass der Schulstandort Hohenleuben Bestandteil des gültigen Schulnetzplanes des Landkreises ist. „Eine Unterstützung des Freistaates würde nicht nur den Erhalt des Schulgebäudes sichern. Sie würde vor allem den Kindern in unserer Region eine Perspektive geben und ein deutliches Zeichen setzen, dass auch kleinere Städte und Gemeinden auf die Unterstützung des Landes zählen können“, appellieren die beiden Kommunalpolitiker an die Landesregierung.

Kommentar:

Erinnern Sie sich noch, wer in unserem Land – in Berlin und Erfurt (und auch in Greiz) – seit Jahren und Jahrzehnten kein Geld für Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur in unserem Land hat? Aber Milliarden für Kriege (Ukraine), Radwege in Peru oder „Fördermittel“ für Indien (!) oder China (!!!!) ausgibt? Wer in diesem Zeitraum die Machtpositionen der Legislative (Bundestag, Landtag) sowie der Exekutive (Bundeskanzler, Ministerpräsident, Landrat, Kreistag) besetzt? Richtig: die CDU und die SPD, manchmal mit wechselnden „Bettgenossen“ wie Grüne oder BSW.

Erinnern Sie sich noch, wer bisher Schulen im Landkreis Greiz geschlossen hat? So wie in der Kreisstadt Greiz (in Aubachtal, Schönfeld, 3x Pohlitz – Hermannsgrüner Straße, Förderschule, Zaschberg – und in Obergrochlitz) sowie in Wildetaube. Oder diese Schulen zuvor vergammeln lassen hat- so wie in Hohenleuben oder Greiz-Obergrochlitz, wo dann immer „urplötzlich“ solche „ganz gravierenden Mängel“ festgestellt wurden, die zur Schließung führten. Aktuell wird sich der Kreistag mit Debatten zu Gymnasien befassen müssen. Das ist erst der Anfang – und Zeulenroda-Triebes (bisher selbst Schulträger) wird in diese Diskussion mit hineingezogen.

Stellt sich unsere Leserschaft die berechtigte Frage: Wer ist für eine ideenlose Politik verantwortlich, die den Landkreis Greiz zum Landkreis mit dem höchsten Altersdurchschnitt machen? Wo dann folgerichtig die Jugend fehlt und somit Kindergärten wie Schulen zur Disposition stehen? Richtig, es taucht immer die gleichen Namen auf: CDU und SPD. Damals die Landrätin Martina Schweinsburg (CDU)- sie wollte die Regelschule Hohenleuben als Kreisrechenzentrum. Als es dafür keine politische Mehrheiten gab, wurden Investitionen in dieses Gebäude eingestellt. Unter aktiver Mithilfe ihrer CDU-Kreistagsfraktion. Die unter wessen Leitung stand? Richtig, Dr. Ulli Schäfer! Ganz genau- der „Ulli“, der heute als CDU-Landrat Briefe schreibt. Auch die SPD trug solche Entscheidungen mit. Der Landrat schreibt Bettelbriefe für eine Schule – gibt aber aus dem gleichen Haushalt Geld für ein neues Verwaltungsgebäude des Landkreises aus. Da muss man als Wähler fragen: Wo bitte liegen die Prioritäten der CDU und ihres Landrates?

Grundsätzlich ist der Einsatz für die Region richtig. Aber man sollte als Wähler nie vergessen, wem man solche Briefe überhaupt zu verdanken hat. Oftmals sind es die gleich Akteure, die sich plötzlich als „volksnah“ darstellen wollen. Frei nach dem Motto „Haltet den Dieb! Er hat mein Messer im Rücken“.

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