(Greiz). Inzwischen in Greiz Tradition, wurden den Opfern des 1. und 2. Weltkrieges sowie von Gewalt und Vertreibung 2025 am Ehrenmal in Greiz-Obergrochlitz gedacht. 2024 erfolgt dies am Ehrenhain in Greiz-Sachswitz. Anlass war der Volkstrauertag, ein staatlicher Gedenktag, der zu den sogenannten „stillen Tagen“ gehört. Der Gedenktag wird in der BRD seit 1952 jährlich zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen.
+++ Update +++ Niedergelegtes Gesteck der AfD versetzt und die Schlaufen verdeckt
Nach Abschluss der Gedenkfeier verblieben zunächst noch Stadtratsmitglieder der Fraktionen CDU/Gemeinsam für Greiz sowie SPD/LINKE/Grüne vor Ort, während die Vertreter der AfD-Bürgerfraktion den Gedenkort verließen. Wie sie der Redaktion in Wort und Bild mitteilten, trügte sie deren Bauchgefühl nicht.


Denn bei einer Nachkontrolle des Gedenkortes mussten AfD-Stadträte feststellen, dass deren niedergelegtes Gesteck verstellt und dabei bei den blauen Gedenkschleifen die Beschriftung weggedreht wurden. Die Fraktionsmitglieder äußerten ihr völliges Unverständnis, dass einige Greizer Politiker offenbar selbst bei Gedenkfeiern ihr ideologiegetriebenes Denken und Handeln nicht ablegen können.
Stadt Greiz erinnert an die Toten zweier sinnloser Weltkriege
Neben einer Bläsergruppe zur musikalischen Umrahmung waren Bürgern des Ortsteils zur Gedenkfeier gekommen. Ferner Stadträte aller Fraktionen, die 2. Beigeordnete Andrea Jarling (fraktionslos) sowie Orteilbürgermeister Holger Steiniger. Bürgermeister (BM) Alexander Schulze (parteilos/ Mandat der CDU) erinnerte daran, dass diese Gedenkstätte nach dem ersten Weltkrieg 1925 durch Bürger der Gemeinde Grochlitz-Caselwitz durch Spenden errichtet werden konnte. Als mahnende Erinnerung auch an die gefallenen Söhne und Väter dieses Ortsteils. Der BM dankte Sven Klein für die historische Aufbereitung, aus der der BM in seiner Ansprache zitierte.








Wie im Vorjahr war ein Oberstleutnant der Bundeswehr anwesend. In diesem Jahr fiel dessen Rede deutlich weniger martialisch aus als 2024. Anschließend legte für die Stadt Greiz (Verwaltung wie Stadtrat) der Greizer Bürgermeister einen Kranz nieder.


Danach folgten für die AfD-Bürgerfraktion mit deren Einpflanzung die Stadträte Steffen Knüpfer und Marco Hübel, während Fraktionsvorsitzender Torsten Röder die gesamte Zeremonie fotografisch sicherte. Für die Fraktion IWA-Pro Region legte Stadträtin Manja Kollascheck ein Gebinde ab. Anschließend verharrten die Anwesenden für einen Moment in stillem Gedenken.





Nachdem in Sachswitz und wiederholt in Obergrochlitz bzw. Pohlitz der Volkstrauertag begangen wurde, würden sich 2026 sicher auch die Irchwitzer freuen, wenn deren Gedenkstätte ein Ort der Erinnerung werden würde.
Hintergrund: Tradition des Volkstrauertages reicht bis 1919 zurück, erst ab 1952 fester Termin.
Die Tradition reicht aber bis in das Jahr 1919 zurück, als vom Volksbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge dieser Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des ersten Weltkrieges vorgeschlagen wurde. Am 5.März 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Der Volkstrauertag als Gedenktag wurde erstmals am 1.März 1925 begangen (am Vortag war Reichspräsident Friedrich Ebert verstorben). Im Laufe der Jahrzehnte wechselte das Datum mehrfach. In der DDR fand die „Ersatzveranstaltung“ jährlich am zweiten Sonntag im September statt. Auch in der damaligen BRD wechselte das Datum wiederholt. Anfang der 1950-er Jahre einigte man sich dann darauf, den Gedenktag an das Ende des Kirchenjahres zu legen. Gewählt wurde der vorletzte Sonntag vor dem ersten Advent. Die Novemberzeit wird mit dem sog. „Totensonntag“ (Ewigkeitssonntag, immer letzter Sonntag vor dem 1. Adventsonntag) theologisch ohnehin durch die Themen Tod, Zeit und Ewigkeit dominiert.

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